"The making of" Ammo Bänder
Unter Ammobänder versteht man Uhrbänder, die aus alten, zumeist Schweizer Militärleder, wie beispielsweise Patronentaschen, Armeegürtel oder Werkzeugtaschen, hergestellt sind. Ganz wichtig ist es, dass originales Militärmaterial, am besten mit Schweizer Armeestempel und Jahreszahl verarbeitet wird. Ich habe das Glück, dass jemand aus meiner Verwandtschaft in der Schweiz lebt und Zugang zu solchen Ledermaterial hat. Gelegentlich erhalte diese begehrte Stücke.
Ammorohmaterialien:

Schritt 1 Grobes Zuschneiden
Das Problem dieses alten Materials ist zumeist der Zustand des Leder selbst: dickes hartes und oft nicht saubere Teile. Ich sortiere brauchbares Material aus und zerschneide dieses grob in Streifen ca.30mm x . 170mm

Schritt 2 Leder schleifen
Das zu dicke Leder (oft über 5mm) wird vom Lederfachmann mittels Spezialmaschine auf ca. 3mm exakt herunter geschliffen. (leider durfte ich dort keine Fotos machen)
Schritt 3 Schleifen der Biegestellen
An den Stellen an denen später das Leder so umgebogen wird, dass die Teile Ihre Endmasse erhalten (beispielsweise das kurzes Stück 80mm und langes Stück 135mm) zeichne ich das entsprechend an und schleife das Leder etwas ein.

Schritt 4 Leder einweichen
Da das Leder zumeist zu hart ist, weiche ich die einzelne Stücke ca. 2 Tage in Wasser ein.

Schritt 5 In Form bringen
Das Leder wird entsprechend umgebogen und mit Klammern fixiert und ca. 2 Tage lang getrocknet. Das kurze Teil hat bereits das Endlängenmass von ca. 80mm (+-2mm) und das lange Teil etwas Überlänge.


Schritt 6 Einölen
Da das Ammoband später schön geschmeidig und weich und somit bequem zu tragen ist, öle ich das Rohleder mehrmalig ein (ca. 3-5 mal und zwischendurch einpolieren per Hand).
Schritt 7 Rohzuschnitt
Die einzelnen Ammoteile und Lederrückseitenteile werden grob mit Skalpell zugeschnitten. Ich habe mich hier für Naturleder als Innenseite entschieden (natürlich gibt es andere Varianten wie beispielsweise weiches braunes dünnes Kalbsleder). Das Leder sollte ca. 1,5mm dick sein. Somit ergibt sich eine Gesamtstärke von knapp unter 5mm.

Schritt 8 Schleifen
An den Stellen wo die Lederteile zusammen geklebt werden, schleife ich das Leder entsprechend ab um einerseits eine raue Fläche zu erzielen und andererseits um das Leder dünner zu bekommen. Dasselbe natürlich auch für das Trägerleder

Schritt 9 Kleben
Die entsprechenden Stellen (1 mal beim langen Teil und 2 mal beim kurzen Teil) werden mit Kleber versehen, getrocknet und zusammen gefügt. Damit später die Bolzen durchgeführt werden können, lege ich einen Rundstahl ein und verbinde die Stellen mit festen Hammerschlägen (zu Freude meines Nachbarn).


Schritt 10 Anschleifen
Die Stellen die nun mit dem Trägerinnenleder verklebt werden sollen werden wieder mit der Schleifmaschine aufgerauht und mit Kleber eingestrichen und getrocknet.

Schritt 11 Zusammenkleben
Das Ammoleder und der Innenteil werden und mit festen Hammerschlägen zusammen gefügt. Die Rohform für das kurze und lange Teil ist somit fertig.

Schritt 12 Exakter Zuschnitte
Mit Hilfe einer Schablone werden der kurze und der lange Teil mit scharfen Skalpell zugeschnitten. Ich verbrauche pro Band mindestens eine Klinge.

Schritt 13 Kanten brechen
Die scharfen Kanten werden mit Spezialwerkzeug gebrochen.

Schritt 14 Durchgangsbohrungen
Ich stanze nach exakten Anzeichnen die entsprechenden Löcher für die Schliesse beim kurzen und langen Teil.

Schritt 15 Durchgangsbohrungen
Um ein definiertes Loch für die Bolzen zu bekommen, bohre ich mit einem 2mm Bohrer nach.

Schritt 16 Schlaufe
Die Schlaufe wird aus einem kleinen Lederstück exakt ausgeschnitten.
Schritt 17 Löcher für Nähte
Mit Schablonen bohre ich exakte Löcher die ich später beim Nähen brauche. In diesem Fall habe ich mich für eine relativ einfache Naht entschieden. Dasselbe für die Schlaufe.

Schritt 18 Kanten bearbeiten
Meiner Meinung nach müssen die Kanten eines Ammos schön verbrannt werden. Mit Spezialschleifscheiben verbrenne ich die Kanten sodass diese schön rund und glatt werden.
Mit einer Polierscheibe poliere ich diese grob vor.

Schritt 19 Kantenbehandlung
Mit einem Spezialkantenbearbeitungsmittel werden die Kanten eingelassen, getrocknet und dann mit weichen Tuch einpoliert. Diesen Vorgang wiederhole ich mindestens 3 mal.

Schritt 20 Lederölen
Und wieder öle ich das Band mehrmalig ein. Zwischendurch wird zuerst per Hand mit weichen Tuch und später mit Polierscheibe poliert bis das Band weich ist und eine schöne Farbe bekommt.



Schritt 21 Nähen
Ich verwende hochwertige gewachste Nähte und nähe mit 2 Nadeln gleichzeitig.






